Achtsamkeit hat ein großes Zukunftspotential in Unternehmen!

Welche Rolle kann das Training von Achtsamkeit in Unternehmen zukünftig einnehmen? Der globale Trend steigender Burnoutraten lässt schon seit bei Unternehmen die Alarmglocken läuten. Der internationale wirtschaftliche Druck ist für viele spürbar – und gerade dann wenn man es am wenigsten braucht, rutschen die MitarbeiterInnen ins Burnout. Neben dem menschlichen Leid der hinter Burnout steckt, sind die Kosten eines Burnoutfalls horrend und vielen Unternehmen gar nicht bewusst – manche tun es sogar leider als „Hype für Arbeitsunwillige“ ab. Ein Königsweg gegen Burnout ist für viele nicht in Sicht, doch die aktuelle Forschung zeigt hochspannende Ansätze wie man diesem Trend zumindest entgegenwirken kann.

 

Experten aus der Medizin und der Psychologie weisen schon seit langem darauf hin, dass dagegen etwas unternommen werden muss. Doch der Umsatz- und Produktivitätsdruck lässt viele Unterneher und dessen MitarbeiterInnen kaum Zeit zum Luft holen. Doch dabei ist dieses „Luftholen“ immens wichtig um auf lange Sicht nicht nur leistungsfähig, sondern auch zufrieden zu sein. Das steigende Interesse an Achtsamkeit in unserer Gesellschaft ist kein Zufall.

Doch was steckt hinter dem globalen Trend der Achtsamkeit und können Unternehmen auch wirklich davon profitieren? Noch vor einigen Jahren wurde Achtsamkeit und Mediation belächelt und als religiös oder esoterisch abgetan. Doch befreit man übersinnliche Ideologien (z.B. Esoterik) von diesen Techniken – die historisch im Buddhismus ihre Wurzeln haben – und von westlichen Wissenschaftlern (siehe auch: Self-Compassion: Der mentale Skill der Zukunft?) erforscht und adaptiert wurden, erkennt man, welch Potential der Mensch liegen lässt, wenn er lieber auf „Autopilot“ lebt.

 

Was ist nun diese Achtsamkeit?

In einfachen Worten ist Achtsamkeit (engl. mindfulness) die Fähigkeit seine Gedanken und Gefühle zu beobachten ohne zu interpretieren oder zu urteilen. Achtsame Menschen sind daher stärker in der Lage den Moment wahrzunehmen und zu registrieren was gerade um einen passiert, anstatt sich mit Gedanken der Vergangenheit oder Zukunft zu identifizieren. Diese Fähigkeit hilft dem Menschen also mit allen möglichen Belastungen im Leben besser umzugehen. Es ist eine Fähigkeit seine Gedanken als auch seine Emotionen zu regulieren und zu bewältigen.

 

Können alle Menschen achtsam sein?Bild mit hetzenden Geschäftsmann

Doch was oder wer sind „achtsame Menschen“? Genau genommen, steckt in jedem von uns mehr oder weniger Achtsamkeit. Zum Einen ist die Fähigkeit der Achtsamkeit von Person zu Person verschieden („trait mindfulness“) und zum Anderen auch Tages- und situationsabhängig („state mindfulness“). Achtsamkeit ist also die Fähigkeit zu einem Geisteszustand, welcher eine Vielzahl an positiven Auswirkungen auf Geist, Körper und Gesundheit hat. Ist die Achtsamkeit gering ausgeprägt, neigt der Mensch zur übertriebenen Identifikation mit seinen Gedanken. Letzteres führt zu Leid und kann Konsequenzen für die psychische Gesundheit haben.

 

Das Potential von Achtsamkeit für Unternehmen:

Skeptische Unternehmer sollten hier nun weiterlesen: Eine aktuelle wissenschaftliche Studie [1] aus dem Jahr 2013 hat sich mit der Rolle der Achtsamkeit (engl. mindfulness) bei serviceorientierten Angestellten in Dienstleistungsunternehmen beschäftigt. Dabei untersuchten sie in einer zweiteiligen Studie wie sich die Achtsamkeit auf für Unternehmen bedeutende psychologische Aspekte auswirkt. Zwei, der wichtigsten Resultate für Unternehmen sind dabei die Jobzufriedenheit und die emotionale Erschöpfung. Letzteres ist auch einer der KERN-Dimensionen von Burnout [2]. Zudem haben sich die Studienautoren angesehen, wie die Achtsamkeit mit oberflächlicher Schauspielerei („surface acting“ im Sinne einer „emotionalen Fassade“) im Unternehmen in Beziehung steht.

Die Studienergebnisse [1] sind äußerst spannend, da diese auch das Potential von Achtsamkeits-Interventionsprogrammen für Unternehmen und Organisationen offenbart. In der ersten Studie zeigte sich, dass eine höhere Achtsamkeit (sowohl als Fähigkeit, als auch tagesabhängig) zu einer höheren Jobzufriedenheit und einer geringeren emotionalen Erschöpfung führen. Zudem agieren achtsame Angestellte wesentlich weniger oberflächlich. Dies ist auf eine erhöhte Authentizität bei achtsamen geistigen Zuständen zurückzuführen.

 

Kann Achtsamkeit trainiert werden?

Achtsamkeit: Junger Buddhist der unter dem Baum meditiertObwohl die Fähigkeit zur Achtsamkeit von Mensch zu Mensch unterschiedlich stark ausgeprägt ist, ist diese Fähigkeit glücklicherweise trainierbar. In der zweiten Studie untersuchten die Studienautoren wie sich ein 10-tägiges (in einem Zeitraum von 2 Wochen) Interventionsprogramm (es gab auch eine Kontrollgruppe) auf die unternehmensrelevanten psychischen Faktoren auswirkte. Die Ergebnisse waren beeindruckend: In „nur“ 10 Trainingstagen konnten die Angestellten der Versuchsgruppe ihre Fähigkeit zur Achtsamkeit wesentlich steigern. So stark, dass dies auch die oberflächliche Schauspielerei und emotionale Erschöpfung reduzierte. Zudem stieg auch die Jobzufriedenheit der Trainierenden.

 

Fazit:

Der Trend der Achtsamkeit erweist sich zunehmend als wissenschaftlich belegt. Vor allem die hier zitierte Studie zeigt eindrucksvoll, dass Achtsamkeit aus vielerlei Hinsicht für Unternehmen hochinteressant ist. Zudem hat die Studie beschrieben, dass Achtsamkeit nicht nur von Mensch zu Mensch verschieden, sondern auch trainierbar ist. Genau an dieser Stelle erweisen sich moderne Trainingskonzepte als besonders bedeutungsvoll für eine nachhaltige Zukunft.

 

UnternehmerInnen: Hier kannst du Seminare und Trainings für deine MitarbeiterInnen buchen.

Privat: Hier kommst du zu einem Workshop um einfache Achtsamkeitstechniken und andere mentale Grundtechniken zu erlernen.

Bildung: Hier findest du näheres Infos zum Konzept „self-compassion“.

 

Verwendete Literatur:

[1] Hülsheger, U., Alberts, H., Feinholdt, A. & Lang, J. (2013). Benefits of mindfulness at work: The role of mindfulness in emotion regulation, emotional exhaustion, and job satisfaction. Journal Of Applied Psychology, 98(2), 310-325.

[2] Maslach, C., Schaufeli, W.B. & Leitner, M. (2001). Job burnout. Annual Review of Psychology, 52, 397-422.

 

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Mario Schuster

Mario Schuster ist Sportwissenschafter und zertifizierter Mentaltrainer im Leistungssport. Aktuell schreibt er seine Masterarbeit in Psychologie und hat am 1.Jänner 2017 das Unternehmen Mental Synergy gegründet. Mit diesem hat er sich zum Ziel gesetzt, das Training mentaler Kompetenzen in Sport und Wirtschaft zu etablieren.

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