Jahres-END-Rümpelung (mit zahlreichen Praxistipps)

Wie voll ist deine Wohnung? Die Weihnachtsfeiertage sind vorüber und mehr oder weniger neue Dinge gingen nun in dein Eigentum über. Wenn dein Wandschrank schon voll war, so platzt er spätestens jetzt aus den Nähten. Statt gelegentlich die Wohnung zu entrümpeln wird sie tendenziell voller. Auch das Neue Jahr steht schon in wenigen Tagen vor der Tür. Damit verbunden steigt das Risiko sich voreilige Neujahrsvorsätze aufzulisten. Doch bevor du damit startest, wird es Zeit mal das Alte bewusst hinter sich zu lassen um Platz für Neues zu schaffen.

 

Das Jahr entrümpeln

Bevor du dich auf neue großartige Neujahrsvorsätze festlegst, empfehle ich dir vorher das alte Jahr Revue passieren zu lassen. Vielleicht gibt es noch einige Vorsätze, welche du dir am 1.1.2017 vorgenommen hattest und noch immer nicht erledigt hast. Einer dieser Vorsätze könnte ja das Entrümpeln deiner Wohnung gewesen sein.

 

Kennst du das, dass du viele Gegenstände aufhebst, in der Hoffnung sie IRGENDWANN mal zu gebrauchen?

 

Zumindest macht es sehr viel Sinn deine Wohnung zu entrümpeln. Wann hast du letztens deine Wohnung ausgemistet?

 

„Wenn du die Vergangenheit aufräumst, kannst du deine Zukunft gestalten“
(Marie Kondo)

 

Zehn Vorteile durch das Entrümpeln deiner Wohnung

  1. Du hast plötzlich wieder mehr Platz in deiner Wohnung.
  2. Du schaffst Platz für eine kreativere Wohnraumgestaltung.
  3. Die Wohnung sieht danach schöner aus.
  4. Mit dem Ausmisten von Gegenständen trennst du dich auch mental von diesen.
  5. Entrümpeln ist ein aktiver Prozess in welchem auch Fragen wie „Wozu hab ich mir das denn all die Jahre aufgehoben?“ auftauchen könnten.
  6. Das Entrümpeln als Prozess gibt Impulse zur Persönlichkeitsentwicklung.
  7. Aufräumen ist auch meditativ!
  8. Manche Gegenstände finden einen neuen Besitzer, der diesen wesentlich dringender benötigt als du. Folgend bereitest du auch anderen Menschen eine Freude!
  9. Du wirst dich allgemein befreiter fühlen und schaffst Platz für Neues!
  10. Nach dem Entrümpeln kannst du deinen Lebensraum auch nach deinen Vorstellungen neu gestalten und an deiner Persönlichkeit orientieren.
Entrümpeln, auch den Schreibtisch
Durch das Entrümpeln (deines Schreibtisches) schaffst du auch Platz für Neues!

 

Entrümpeln aus erster Hand

Einen sehr guten Blog zum Thema Wohnen und Minimalismus findest du auch bei Viktoria Pfeiffer. Es lohnt sich dem Projekt zu folgen, da sie auch hin und wieder eine sogenannte „Declutter-Challenge“ startet:

Also ein gemeinsames Entrümpeln, in welcher die TeilnehmerInnen sich vornehmen, jeden Tag einen Gegenstand +1 zu entrümpeln. Das Ganze dauert in der Regel 30 Tage und da kommt man laut dieser Rechnung schon auf ein paar Hundert Gegenstände die du eh nicht mehr brauchst.

Vielleicht findest ja den einen oder anderen Gegenstand den du gratis verschenken oder sogar online verkaufen könntest?

 

Eine weitere Empfehlung internationalen Ausmaßes ist die Aufräumexpertin Marie Kondo aus Japan, welche bereits 27 Millionen Buchexemplare – unter anderem auch das Buch „Magic Cleaning“ – verkauft hat. Bei der Konmari-Methode geht es in erster Linie auch darum, nur jene Gegenstände zu behalten, welche du auch wirklich brauchst.

Entrümpeln: Müllmann

 

Tipps zum Entrümpeln

Zugegeben, ich bin zwar kein Entrümpelungsexperte von Beruf, doch immerhin bin ich schon sooft umgezogen um daraus gelernt zu haben, was benötigt wird und was nicht. Daher habe ich meine wesentlichsten Erkenntnisse für dich zusammengefasst:

  1. Löcher in der Kleidung: Socken, Unterwäsche und löchrige Kleidung? Damit kannst du gleich jetzt sofort beginnen. Durchwühle deine Schränke und Sockenladen und wirf durchlöcherte Kleidung EINFACH weg.
  2. Kleidung die du nicht mehr trägst: Du besitzt Unmengen an T-Shirts, Hosen, Pullover usw. die du seit Jahren nicht mehr getragen hast? Das ist doch ein einfaches Argument um diese zu entrümpeln. Falls sie noch keine Löcher haben, steck sie alle in einen Kleidersack und wirf sie in die Kleidersammlung (z.B. Caritas-Boxen). Bedenke, dass du ohnehin wieder neue Kleidungsstücke erwerben wirst.
  3. Ausbildungsunterlagen: Darin bin ich selbst gut darin, Ausbildungsunterlagen zu horten, in der Annahme, dass ich sie irgendwann noch einmal gebrauchen kann. Doch die Realität sieht so aus, dass ich nur geschätzt 1% meiner alten Unterlagen/Mitschriften bei Bedarf herangezogen habe. Ein gutes Fachbuch erfüllt diesen Zweck häufig ohnehin besser. Durch meine laufende Weiterbildung bin ich ohnehin den Großteil meiner Zeit mit dem Lernen neuer Unterlagen beschäftigt. Daher gilt es zu Unterscheiden zwischen qualitativ hochwertigen Unterlagen und Unterlagen die du aus nostalgischen Gründen hortest. Dieser Punkt steht mir selbst nun auch bevor.
  4. Stifte: Es ist die seltene Ausnahme, dass ich mir einen Kugelschreiber kaufe. Das liegt daran, dass ich mir Kugelschreiber (Werbegeschenke, etc.) in der Regel aufhebe. Dasselbe gilt für Buntstifte und Textmarker die ich mir mal gekauft habe. Und alles liegt in einer Lade. Darum nehme ich einmal jährlich ein leeres Blatt Papier zur Hand, und teste, welche Stifte noch schreiben. Die die nicht mehr ordentlich schreiben landen im Müll.
  5. Zettelchaos: Du hast wichtige Notizzettel die in verschiedenen Ordnern, Schreibtischen, Mappen usw. verstreut sind? Dann mach doch einfach eine KREATIVBOX. Darin legst du alle vereinzelte Zettel rein die du vielleicht irgendwann mal brauchen kannst. Du kannst diese Box dann auch regelmäßig (z.B. 1x pro Monat) durchsehen und schauen, was du aktuell brauchst oder nun doch wegwerfen kannst.
  6. Drei Kisten-Methode: Eine gute Möglichkeit dich beim Entrümpeln von Dingen zu trennen, wenn du dich nicht entscheiden kannst wäre es, mehrere Kisten aufzustellen. Stelle zunächst drei Kisten auf und teile sie ein unter (1) „Das möchte ich vorsichtshalber noch behalten„, (2) „bei diesen Gegenständen bin ich noch unschlüssig“ sowie einer dritten Kiste mit (3) „Das werde ich eh nicht mehr brauchen, als weg damit!„. Die dritte Kiste kannst du dann auch aus der Wohnung schaffen, verkaufen oder verschenken.
  7. Küche: Ganz einfach. Sichte alle deine Lebensmittel, sowie Gläser und Dosen und wirf die Dinge weg die ohnehin bereits abgelaufen sind. Dasselbe gilt für den Kühlschrank. Räume ihn komplett aus und wirf Abgelaufenes (falls du nicht schon alles gegessen hast) in den Müll.
  8. Der Wert des Lebens: Kennst du das, wenn es dir schwer fällt dich von Dingen zu trennen die auch damals viel Geld gekostet haben? Der Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahneman lehrt uns, dass es für uns schmerzhaft ist, sich von Dingen oder Ideen zu trennen, in welche du bereits sehr viel Zeit, Geld und Energie investiert hast. Diesem Mechanismus (Anm. „prospect theory“) liegt auch die Ursache zugrunde, weshalb es dir so schwerfällt teure Gegenstände zu entrümpeln; sogar dann noch, wenn das Festhalten am Alten letztlich sogar noch mehr Energie (oder viel Platz) kostet. Deshalb: Wenn du es nicht mehr brauchst, trenne dich davon – auch wenn es teuer war. Denn der Wert deines Lebens liegt nicht darin wie viel du besitzt, sondern was du dir selbst Wert bist. Also hör auf dich mit Gegenständen zu identifizieren, denn das kostet dir nur Energie. Identifiziere dich vielmehr damit wer du als Mensch bist.

 

Schon klar! Diese Liste zum Entrümpeln deiner Gegenstände könnte selbstverständlich wesentlich länger sein. Doch wenn du diese Liste mal abhakst, dann ist schon ein sehr großer Schritt getan. Und deine Wohnung wird auch wieder etwas frischer und luftiger wirken!

Viel Spaß beim Entrümpeln, Jetzt!

 

Falls du noch weitere wertvolle Tipps zum Entrümpeln hast, dann schreibe sie einfach in das Kommentarfeld unten. Dadurch teilst du auch deine Erfahrungen mit den anderen Lesern und trägst auch damit einen kleinen Beitrag zur Entrümpelung der Welt bei. 🙂

 

Literaturempfehlungen

  • Kondo, M. (2013). Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert. Leipzig: Rohwolt.
  • Pfeiffer, V. (2017). Minimalismus und Greenlifestyle von Herzen. Blog abgerufen am 30.12.2017 unter www.viktoriapfeiffer.at
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Mario Schuster

Mario Schuster ist Arbeits- und Sportpsychologe sowie zertifizierter Mentaltrainer im Leistungssport. Zudem ist er ein praxiserfahrener Sportwissenschafter und hat am 1.Jänner 2017 das Unternehmen Mental Synergy gegründet. Mit diesem hat er sich zum Ziel gesetzt, das Training mentaler Kompetenzen in Sport und Wirtschaft zu etablieren.

2 Gedanken zu „Jahres-END-Rümpelung (mit zahlreichen Praxistipps)

  • 16. Januar 2018 um 14:22
    Permalink

    Danke für die Erwähnung in Deinem Beitrag! 🙂

    Tipp 7. funktioniert auch wunderbar beim Kleiderschrank. Hier einfach mal den Kleiderschrank komplett ausräumen, den gesamten Inhalt auf einen Haufen legen. (Oh, das ist ganz schön viel denken. 😉 ) Und dann jedes Stück in die Hand nehmen.

    – Würde ich mir das heute nochmal kaufen?
    – Fühle ich mich darin wohl bzw. erfreue ich mich daran?

    Somit wünsche ich frohes Loslassen & Entrümpeln. 🙂

    Alles Liebe,
    Viktoria

    Sind die beiden Fragen, die Klarheit über „Behalten“ oder „Weggeben“ bringen können.

    Antwort
    • 16. Januar 2018 um 19:25
      Permalink

      Liebe Viktoria,

      vielen Dank, dass du den Weg hierhergefunden hast und den Mental Blog mit deiner digitalen Feder beehrst. Ich bin mir sicher, dass du noch für viele Menschen eine Inspiration sein wirst. 🙂

      liebe Grüße,

      Mario

      Antwort

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